Build vs. Buy: Der richtige Weg, KI zu nutzen

Feb 18, 2026

Julia Gerstmayer

A Team of 4 people looking at the screen of a computer

Build vs. Buy: Der entscheidende Vergleich für KI-Integration

Viele Softwareanbieter stehen vor einer strategischen Weichenstellung: Sollten sie KI-Funktionen selbst entwickeln oder auf Whitelabel-Lösungen setzen? Beide Wege haben ihre Berechtigung – die richtige Wahl hängt von individuellen Faktoren ab.

Option 1: Eigenentwicklung – Vollständige Kontrolle mit hohem Aufwand

Die Entwicklung kundenspezifischer KI-Lösungen kostet zwischen 45.000 und über 450.000 Euro, abhängig von Komplexität und Umfang.

Die Faktoren:

Personalressourcen: KI-Spezialist*innen im DACH-Raum verlangen 180 bis 320 Euro pro Stunde. Der Aufbau eines internen KI-Teams erfordert Monate an Rekrutierung und kontinuierliche Investitionen in hochqualifiziertes Personal.

Zeitinvestition: Custom AI-Entwicklung dauert 6 bis 18 Monate, was den Markteintritt des Produkts verzögern kann. Zusätzlich müssen Zeit für Research, Recruiting und Testen eingerechnet werden. 

Laufende Kosten: Jährliche Wartungskosten betragen 10 bis 30 Prozent des ursprünglichen Entwicklungsbudgets. KI-Modelle benötigen kontinuierliche Updates für optimale Leistung und schnelles Trouble-Shooting, sollte es gebraucht werden.

Versteckte Ausgaben: Datenvorbereitung, Computing-Power und DSGVO-Compliance werden oft unterschätzt und treiben die Gesamtkosten und-dauer in die Höhe.

Hohe Flexibilität: Bei individuellen KI-Lösungen haben Unternehmen selbst bis zum letzten Detail in der Hand, wie das Produkt am Ende aussehen soll. Das kann gerade bei sehr spezifischen Use-Cases oder großen Datenbank-Systemen hilfreich sein. 

Komplikationen: In Großprojekten kann es immer zu Komplikationen kommen. Gerade IT-Projekte überschreiten ihre Budgets durchschnittlich um 45 Prozent und liefern oft nur 60 Prozent des versprochenen Werts. (Quelle

Wann lohnt sich Build? Bei sehr spezifischen Anforderungen, die keine Whitelabel-Lösung erfüllen kann, bei strategischer Differenzierung durch proprietäre KI-Algorithmen oder wenn langfristige Unabhängigkeit oberste Priorität hat.

Option 2: Whitelabel-KI-Integration – Schneller Start mit bewährter Technologie

KI-Integration über White-Label-Plattformen kostet typischerweise zwischen 9.000 und 90.000 Euro – deutlich unter den Kosten einer Eigenentwicklung und auch für KMU im Bereich des Möglichen. 

Die Faktoren:

Geschwindigkeit: Whitelabel-Lösungen ermöglichen den Launch in Tagen bis Wochen, statt Monaten. Das Produkt besteht in den meisten Fällen schon und muss nur noch in die eigene Daten- und Software-Struktur eingebettet werden. Dieser Faktor sollte jedoch bei der Planung mit genug Zeit und Ressourcen berücksichtigt werden. 

Begrenzter Individualisierungsrahmen: Whitelabel-Lösungen sind bereits bestehende Produkte und bieten demnach nur begrenzte Möglichkeiten zur Individualisierung des Produkts selbst. Wenn sehr spezifische Funktionen gebraucht werden, kann das ein Nachteil sein. 

Expertise-Zugang: Spezialisierte Plattformen bieten sofort einsatzbereite, erprobte Technologie mit kontinuierlichen Updates ohne eigene Wartungs- und Entwicklungskosten. Auch monatelange Forschung im eigenen Unternehmen fällt weg. 

Ressourcenfokus: Unternehmen können sich weiterhin auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren statt KI-Infrastruktur aufzubauen. Die nötigen Kompetenzen für das KI-Produkt werden dabei extern eingekauft und können direkt angewandt werden. 

Branding-Flexibilität: 73 Prozent der Unternehmen priorisieren vollständige Anpassungsmöglichkeiten. Moderne Whitelabel-Plattformen bieten UI-Kontrolle, Custom Domains und rebrandable APIs.

Wann lohnt sich Buy? Bei standardisierten KI-Funktionen, knappen Budgets und Timelines, fehlender interner KI-Expertise oder wenn schnelle Markteinführung entscheidend ist.

Der direkte Vergleich: Build vs. Buy

Eigenentwicklung:

  • Anfangsinvestition: 90.000 bis 450.000 Euro

  • Time-to-Market: 6 bis 18 Monate

  • Break-Even: 24 bis 48 Monate

  • Maximale Anpassungsfähigkeit und IP-Kontrolle

  • Volle DSGVO-Kontrolle über Datenverarbeitung

  • Hoher Ressourcenbedarf für Wartung

White-Label-Integration:

  • Anfangsinvestition: 9.000 bis 90.000 Euro

  • Time-to-Market: Wenige Tage bis Wochen

  • Break-Even: 2 bis 4 Monate

  • Bewährte Technologie mit geringerem Risiko

  • DSGVO-konforme europäische Anbieter verfügbar

  • Wartung und Trouble-Shooting sind meist inkludiert

Die Entscheidungsmatrix: Welcher Weg passt zu Ihnen?

Ein eigenes KI-Produkt zu bauen macht Sinn, wenn:

  • Sie hochspezialisierte, einzigartige KI-Anforderungen haben

  • Ihr Geschäftsmodell auf proprietärer KI-Technologie basiert

  • Sie langfristig vollständige Kontrolle über Ihre KI-Infrastruktur benötigen

  • Ausreichend Budget und zeitliche Ressourcen vorhanden sind

  • Maximale Datensouveränität und DSGVO-Kontrolle erforderlich ist

Eine Whitelabel KI-Lösung macht Sinn, wenn:

  • Sie schnell marktfähige KI-Funktionen benötigen

  • Standardisierte KI-Anwendungen Ihre Bedürfnisse abdecken

  • Begrenzte KI-Expertise im Team vorhanden ist

  • Sie Entwicklungsrisiken minimieren möchten

  • Fokus auf Kerngeschäft statt Technologieentwicklung liegt

  • DSGVO-konforme europäische Whitelabel-Anbieter verfügbar sind

Fazit: Die individuelle Entscheidung zählt

Es gibt keine universelle Antwort auf die Build-vs.-Buy-Frage. Während besonders große Unternehmen mit vielen Ressourcen lieber mit einer eigenen KI-Lösung die volle Kontrolle behalten, setzen vor allem kleinere Softwareanbieter mit Whitelabel-KI-Integration auf schnelleren ROI, geringeres Risiko und bessere Planbarkeit.

Die beste Strategie: Analysieren Sie Ihre individuellen Anforderungen, Ressourcen und strategischen Ziele. Im Vergleich merken Sie meist schnell, welche Lösung für Ihr Unternehmen die Passende ist. Und sollten Sie sich für Whitelabel-Integration entscheiden, steht unser Scavenger Expert Team Ihnen jederzeit für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung.