
Build vs. Buy: Der entscheidende Vergleich für KI-Integration
Viele Softwareanbieter stehen vor einer strategischen Weichenstellung: Sollten sie KI-Funktionen selbst entwickeln oder auf Whitelabel-Lösungen setzen? Beide Wege haben ihre Berechtigung – die richtige Wahl hängt von individuellen Faktoren ab.
Option 1: Eigenentwicklung – Vollständige Kontrolle mit hohem Aufwand
Die Entwicklung kundenspezifischer KI-Lösungen kostet zwischen 45.000 und über 450.000 Euro, abhängig von Komplexität und Umfang.
Die Faktoren:
Personalressourcen: KI-Spezialist*innen im DACH-Raum verlangen 180 bis 320 Euro pro Stunde. Der Aufbau eines internen KI-Teams erfordert Monate an Rekrutierung und kontinuierliche Investitionen in hochqualifiziertes Personal.
Zeitinvestition: Custom AI-Entwicklung dauert 6 bis 18 Monate, was den Markteintritt des Produkts verzögern kann. Zusätzlich müssen Zeit für Research, Recruiting und Testen eingerechnet werden.
Laufende Kosten: Jährliche Wartungskosten betragen 10 bis 30 Prozent des ursprünglichen Entwicklungsbudgets. KI-Modelle benötigen kontinuierliche Updates für optimale Leistung und schnelles Trouble-Shooting, sollte es gebraucht werden.
Versteckte Ausgaben: Datenvorbereitung, Computing-Power und DSGVO-Compliance werden oft unterschätzt und treiben die Gesamtkosten und-dauer in die Höhe.
Hohe Flexibilität: Bei individuellen KI-Lösungen haben Unternehmen selbst bis zum letzten Detail in der Hand, wie das Produkt am Ende aussehen soll. Das kann gerade bei sehr spezifischen Use-Cases oder großen Datenbank-Systemen hilfreich sein.
Komplikationen: In Großprojekten kann es immer zu Komplikationen kommen. Gerade IT-Projekte überschreiten ihre Budgets durchschnittlich um 45 Prozent und liefern oft nur 60 Prozent des versprochenen Werts. (Quelle)
Wann lohnt sich Build? Bei sehr spezifischen Anforderungen, die keine Whitelabel-Lösung erfüllen kann, bei strategischer Differenzierung durch proprietäre KI-Algorithmen oder wenn langfristige Unabhängigkeit oberste Priorität hat.
Option 2: Whitelabel-KI-Integration – Schneller Start mit bewährter Technologie
KI-Integration über White-Label-Plattformen kostet typischerweise zwischen 9.000 und 90.000 Euro – deutlich unter den Kosten einer Eigenentwicklung und auch für KMU im Bereich des Möglichen.
Die Faktoren:
Geschwindigkeit: Whitelabel-Lösungen ermöglichen den Launch in Tagen bis Wochen, statt Monaten. Das Produkt besteht in den meisten Fällen schon und muss nur noch in die eigene Daten- und Software-Struktur eingebettet werden. Dieser Faktor sollte jedoch bei der Planung mit genug Zeit und Ressourcen berücksichtigt werden.
Begrenzter Individualisierungsrahmen: Whitelabel-Lösungen sind bereits bestehende Produkte und bieten demnach nur begrenzte Möglichkeiten zur Individualisierung des Produkts selbst. Wenn sehr spezifische Funktionen gebraucht werden, kann das ein Nachteil sein.
Expertise-Zugang: Spezialisierte Plattformen bieten sofort einsatzbereite, erprobte Technologie mit kontinuierlichen Updates ohne eigene Wartungs- und Entwicklungskosten. Auch monatelange Forschung im eigenen Unternehmen fällt weg.
Ressourcenfokus: Unternehmen können sich weiterhin auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren statt KI-Infrastruktur aufzubauen. Die nötigen Kompetenzen für das KI-Produkt werden dabei extern eingekauft und können direkt angewandt werden.
Branding-Flexibilität: 73 Prozent der Unternehmen priorisieren vollständige Anpassungsmöglichkeiten. Moderne Whitelabel-Plattformen bieten UI-Kontrolle, Custom Domains und rebrandable APIs.
Wann lohnt sich Buy? Bei standardisierten KI-Funktionen, knappen Budgets und Timelines, fehlender interner KI-Expertise oder wenn schnelle Markteinführung entscheidend ist.
Der direkte Vergleich: Build vs. Buy
Eigenentwicklung:
Anfangsinvestition: 90.000 bis 450.000 Euro
Time-to-Market: 6 bis 18 Monate
Break-Even: 24 bis 48 Monate
Maximale Anpassungsfähigkeit und IP-Kontrolle
Volle DSGVO-Kontrolle über Datenverarbeitung
Hoher Ressourcenbedarf für Wartung
White-Label-Integration:
Anfangsinvestition: 9.000 bis 90.000 Euro
Time-to-Market: Wenige Tage bis Wochen
Break-Even: 2 bis 4 Monate
Bewährte Technologie mit geringerem Risiko
DSGVO-konforme europäische Anbieter verfügbar
Wartung und Trouble-Shooting sind meist inkludiert
Die Entscheidungsmatrix: Welcher Weg passt zu Ihnen?
Ein eigenes KI-Produkt zu bauen macht Sinn, wenn:
Sie hochspezialisierte, einzigartige KI-Anforderungen haben
Ihr Geschäftsmodell auf proprietärer KI-Technologie basiert
Sie langfristig vollständige Kontrolle über Ihre KI-Infrastruktur benötigen
Ausreichend Budget und zeitliche Ressourcen vorhanden sind
Maximale Datensouveränität und DSGVO-Kontrolle erforderlich ist
Eine Whitelabel KI-Lösung macht Sinn, wenn:
Sie schnell marktfähige KI-Funktionen benötigen
Standardisierte KI-Anwendungen Ihre Bedürfnisse abdecken
Begrenzte KI-Expertise im Team vorhanden ist
Sie Entwicklungsrisiken minimieren möchten
Fokus auf Kerngeschäft statt Technologieentwicklung liegt
DSGVO-konforme europäische Whitelabel-Anbieter verfügbar sind
Fazit: Die individuelle Entscheidung zählt
Es gibt keine universelle Antwort auf die Build-vs.-Buy-Frage. Während besonders große Unternehmen mit vielen Ressourcen lieber mit einer eigenen KI-Lösung die volle Kontrolle behalten, setzen vor allem kleinere Softwareanbieter mit Whitelabel-KI-Integration auf schnelleren ROI, geringeres Risiko und bessere Planbarkeit.
Die beste Strategie: Analysieren Sie Ihre individuellen Anforderungen, Ressourcen und strategischen Ziele. Im Vergleich merken Sie meist schnell, welche Lösung für Ihr Unternehmen die Passende ist. Und sollten Sie sich für Whitelabel-Integration entscheiden, steht unser Scavenger Expert Team Ihnen jederzeit für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung.